
Die Grefrather Eissport Gemeinschaft ist irritiert und zugleich besorgt bezüglich der Begleitumstände um das Auswärtsspiel seiner 1. Mannschaft am Sonntag, 01.02., beim Neusser EV. Mit ebenso großer Irritation nehmen wir zu Kenntnis, wie sich der Neusser EV in seiner Stellungnahme vom 03.02. unausgewogen, unvollständig und in Teilen schlichtweg unwahrheitsgemäß äußert. Wir bedauern sehr, dass im Vorfeld dieser Veröffentlichung keine Kontaktaufnahme seitens des Neusser EV zur Grefrather EG erfolgte, um eine gemeinsame und objektive Bewertung der Geschehnisse vornehmen zu können und nüchtern gesicherte Fakten von aufgebrachten Spekulationen und Gerüchten trennen zu können.
Auch wenn besagte Stellungnahme inzwischen von den offiziellen NEV-Vereinsplattformen entfernt wurde, müssen wir feststellen, dass diese weiterhin in den Medien zu finden ist und ein falsches Bild von den Geschehnissen des Abends wiedergibt. Wir sehen uns daher gezwungen, die Geschehnisse um das Spiel ausführlich, wahrheitsgemäß und faktenbasiert aus unserer Perspektive darzustellen, auch um unseren Verein, unsere Zuschauer sowie den Eishockeysport im Ganzen zu schützen.
Den Ursprung für die angespannte Situation sehen wir im Hinspiel am 20.12.25, als Teile einer offensichtlich dem Ultra-Spektrum zuzuordnenden Neusser Fan-Gruppierung beim vorzeitigen Verlassen der Halle eine Grefrather Block-Fahne gewaltvoll entwendet hatten. Dem vorausgegangen waren „Auf Wiedersehen“-Rufe aus dem Grefrather Publikum, durch welche sich Teile der Neusser Anhänger offenbar provoziert fühlten. Im Zuge dessen kam es gerüchteweise zu einer Beschädigung an einem Außenspiegel eines Neusser Fahrzeuges, welcher jedoch weder belegt noch polizeilich angezeigt wurde.
Im Nachgang an die Geschehnisse erfolgte ein mehrfacher Austausch zwischen dem Grefrather und den Neusser Fanbeauftragten, verbunden mit der gegenseitigen Absprache, sich zu informieren, sollten sich Hinweise auf eine zu erwartende Eskalation/Spannung für das Rückspiel abzeichnen. Dies war nicht der Fall. Eine etwaige Information über eigens getroffene Sicherheitsmaßnahmen oder Abweichungen bezüglich eines eigens ausgewiesenen Gästebereiches für das Rückspiel am 01.02. erfolgte weder im weiteren noch im unmittelbaren Vorfeld des Spiels.
Am Sonntagabend wurde das Rückspiel in Neuss von etwa 100 bis 120 Grefrather Anhängern besucht. Der Einlass erfolgte ohne jedwede weiterreichende Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen, die über die bloße Ticketkontrolle hinausgingen. Vielmehr mussten die Grefrather Zuschauer davon ausgehen, den Bereich der Heimfans zu passieren, um den seit Jahren immer wieder ohne jedwede Probleme und Spannungen angetrauten Bereich in Block D, welcher nicht explizit als Heimbereich ausgewiesen ist, zu erreichen. Bereits beim Durchqueren der Halle sahen sich einzelne Grefrather Anhänger verbalen Attacken und Anfeindungen von Teilen Neusser Anhänger, offensichtlich aus dem Ultra-Spektrum, ausgesetzt.
Wenige Minuten vor Spielbeginn wurden unserer Recherche nach einzelne Grefrather Anhänger von einem Mitarbeiter des Ordnungsdienstes darauf hingewiesen, dass an diesem Abend der gegenüberliegende Block den Gästefans vorbehalten sei. Ein offizieller Hinweis darauf, etwa über den Stadionsprecher oder über Hinweisschilder, erfolgte zu keiner Zeit. Zu keiner Zeit haben sich Grefrather Zuschauer den Anweisungen des Neusser Ordnungspersonals widersetzt. Vielmehr haben sich einzelne Zuschauer, die sich auf den Weg zum gegenüberliegenden Block gemacht haben, wieder umentschlossen und sind zum Großteil zu den schlichtweg nicht informierten Grefrather Zuschauern zurückgekehrt. Auch nachfolgend erfolgte kein erneuter Hinweis über das zumeist mit lediglich einer Kraft im Grefrather Bereich anwesende Ordnungspersonal.
Im Verlauf des Spiels sorgten die in der Halle gegebenen Umstände für zunehmenden Unmut und Unbehagen unter den Grefrather Zuschauern. Zum einen waren die WCs im hinteren Bereich der Halle verschlossen. Als einzige Toilette stand das WC im Heimbereich zur Verfügung. Aufgrund erlebter Anfeindungen aus dem Heimblock waren insbesondere Frauen und Kinder nicht bereit, diese zu nutzen. Ein Aufsuchen der Toilette war nur in Begleitung einer aus dem Grefrather Sicherheitsdienst stammenden Person möglich. Auch diese hatte unakzeptable Anfeindungen über sich ergehen zu lassen. Der mehrfache Hinweis an das Ordnungspersonal, unter anderem durch den Grefrather Fanbeauftragten, bitte weitere WCs zu öffnen, wurde mit dem Hinweis verneint, dass nur der Eismeister einen entsprechenden Schlüssel habe. So blieb das zusätzliche WC bis zum Spielende geschlossen.
Provokante Flyer, die auf die im Hinspiel entwendete Grefrather Fan-Fahne anspielten, mögen zur Erheiterung auf Neusser Seite gedacht gewesen sein, trugen aber ganz sicher nicht zu einer Deeskalation der zunehmend aufgeheizten Gesamtsituation bei. Vor allem nicht, weil besagte Flyer mehrfach wiederholt und höchst provokativ von zum Teil vermummten Personen in den Grefrather Fanbereich geworfen wurden. Trotz mehrmaligen Hinweises an den nur sehr sporadisch und nicht dauerhaft anwesenden Ordnungsdienst gelang es nicht, dies zu unterbinden. Vielmehr wirkte der Ordnungsdienst zunehmend überfordert und selbst verängstigt.
Ebenso wenig hat die höchstprovokative „Choreografie“ zur entwendeten Fahne von Teilen der sogenannten Neusser „Eishockeyfans“ zur Beruhigung der Situation beigetragen.
So entwickelte sich im weiteren Verlauf, in dem das eigentliche Geschehen auf dem Eis zunehmend zur Randnotiz wurde, eine aufgeheizte und mitunter bedrohliche Stimmung, nicht zuletzt, weil sich immer wieder zum Teil vermummte Personen z.T. mit Sturmhauben und Quarzhandschuhen ausgestattet in den Grefrather Zuschauerbereich „verirrten“ und dort aus unserer Sicht vollkommen nachvollziehbar für Verärgerung, Angst und mindestens für Unbehagen sorgten. Gleichzeitig verschwand ein Großteil der besagten auffälligen „Fan-Gruppierung“ im Verlauf des Schlussdrittels, sodass man von Grefrather Seite eine Eskalation außerhalb der Neusser Eissport-Halle befürchten musste. Insgesamt entstand der Eindruck, als sollten immer wieder gezielte Sticheleien und Provokationen von Neusser Seite einen Eskalationsvorwand herbeiführen. Mehrfach versammelte sich ein Großteil des Neusser Ultra-Blocks demonstrativ vor den Grefrather Gästefans, was auch neutralen Zuschauern in der Halle nicht verborgen geblieben sein kann.
Überdies bedauern wir, dass das Schiedsrichtergespann trotz offenkundiger Kenntnisnahme der Situation nicht zu einer Unterbrechung des Spielgeschehens bereit war. Aus unserer Sicht eine Fehleinschätzung. An einen unbeeinflussten sportlichen Wettkampf war angesichts der enormen Verunsicherung spätestens im Schlussdrittel nicht mehr zu denken.
Im Zuge dessen haben mehrere Personen aus dem Grefrather Zuschauerbereich die Polizei hinzu gerufen, die glücklicherweise zeitnah kurz vor Spielende mit starken Kräften in die Halle gekommen ist und die Situation umgehend beruhigen konnte. Hierfür wurde die Neusser Gruppierung zunächst in der Halle festgehalten und das Grefrather Publikum sicher nach draußen geleitet.
Glücklicherweise kam es an diesem Abend nach unseren Beobachtungen zu keinerlei körperlichen Auseinandersetzungen. Auch liegen nach unseren Rückmeldungen bei der Polizei keine anderslautenden Informationen vor. Zu Spekulationen, nach denen ein Neusser Fan im Raucherbereich mutmaßlich von Grefrather Anhängern angegangen und verletzt worden sei, liegen uns trotz mehrfacher Anfrage beim NEV keine gesicherten Informationen vor. Wir möchten uns daher nicht an möglichen Spekulationen beteiligen und nach dem Grundsatz „Sorgfalt vor Schnelligkeit“ den Sachverhalt weder bestätigen noch dementieren.
Gleichwohl stimmen wir mit dem Neusser EV überein, dass jedwede Gewalt, Einschüchterung und Bedrohung von Personen oder Gruppierungen keinerlei Platz in unseren Eishallen finden darf. Als Grefrather Eissport Gemeinschaft verurteilen wir dies aufs Schärfste. Aller Rivalität und Leidenschaft zum Trotz: Kein Stadionbesucher, Ehrenamtler, Sportler oder Schiedsrichter darf sich jemals bedroht, geängstigt oder eingeschüchtert fühlen.
Für eine umfassende und eng abgestimmte Zusammenarbeit mit dem Neusser EV und dem Verband zur objektiven Aufarbeitung der Geschehnisse stehen wir im Interesse eines jederzeit sicheren und positiven Eishockey-Erlebnisses für alle Beteiligten jederzeit uneingeschränkt zur Verfügung. Auch, um künftig eine etwaige Eskalation zu vermeiden und aus vermeintlichen Fehlern im Umgang mit derart schwierigen Situationen zu lernen.
Grefrather Eissport Gemeinschaft
Der Vorstand
(Pressemitteilung Grefrather EG, 04.02.2025, Grafik: GEG)
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